Einsatzübung in der Schule

Am Montag, den 02.10.2017, fand in der Tausendfüßler-Grundschule in Bauerbach eine Einsatzübung der Freiwilligen Feuerwehr Marburg-Bauerbach statt.
Gemeinsam mit unserer Jugendfeuerwehr gestaltete die Übungsleitung ein realistisches Szenario:

Ein Lehrer war mit ein paar Schülern am Abend noch in der Schule, um an einem Schulprojekt zu arbeiten. Dabei kam es aus ungeklärter Ursache zu einem Feuer im Klassenzimmer im 1. Obergeschoss des zweigeschossigen Gebäudes.
Der Lehrer, dargestellt durch einen Dummy, erlitt dabei zudem einen Herzstillstand und musste somit reanimiert werden.
Die Kinder der Jugendfeuerwehr stellten die Schüler dar, die im Gebäude durch den Rauch eingeschlossen waren und durch die Feuerwehr gerettet werden mussten.

Insgesamt waren 10 Kinder der Jugendfeuerwehr und 1 Dummy zu retten (Die genaue Anzahl wurde erst während der Übung bekannt). Die Kinder riefen um Hilfe, machten mit Angstreaktionen die Arbeit für die Feuerwehr stressiger, aber auch realistischer.

Um ein Feuer realistisch zu simulieren wurde eine Nebelmaschine aufgestellt, die den kompletten Klassenraum und den Flur stark verrauchte. Dadurch lösten die Rauchmelder des Gebäudes aus, was den Realitäts-Faktor noch verstärkte.

"Alarmiert" wurde lediglich die Feuerwehr Bauerbach zu einem automatischen Brandmeldeeingang bei der Grundschule.
Bei Eintreffen der Feuerwehr waren die ausgelösten Rauchmelder zu hören und durch die Fensterscheiben eine starke Verrauchung im 1. OG zu sehen. Außerdem waren Hilfeschreie mehrerer Kinder zu hören.
Im ersten Schritt wurde eine Wasserversorgung aufgebaut und ein erster Trupp - der Angriffstrupp - zur Menschenrettung ins Gebäude geschickt. Außerdem wurden 5 Rettungswagen (RTW) und 2 Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) sowie weitere Einheiten der Feuerwehr "nachgefordert".
Im weiteren Einsatzverlauf wurden weitere RTW und NEF nachgefordert, da die Zahl der Betroffenen anstieg (zu Beginn war nicht bekannt, wie viele Personen betroffen sind).

Null Sicht im verrauchten BereichBei "Null-Sicht" mussten der Angriffstrupp, und später auch der Wassertrupp, unter Atemschutz mit dem 1. Rohr ins 1. OG vorgehen und die Etage nach den Kindern durchsuchen. Dabei wurde es den Trupps schwergemacht, in dem im Klassenraum diverse Stühle und Tische kreuz und quer in den Weg gestellt wurden.

Rettung der KinderNach und nach wurde ein Kind nach dem Anderen gerettet. Die Kinder befanden sich nicht alle im selben Raum, 4 Kinder und der Lehrer waren im Brandraum im 1. OG in direkter akuter Gefahr, 3 weitere Kinder befanden sich in einem anderen Klassenraum, der rauchfrei und damit sicher war, 1 Kind suchte Schutz unter der Treppe, 1 Kind war auf der Toilette bewusstlos geworden und 1 Kind war bei Ausbruch des "Brandes" in Panik aus dem Gebäude gerannt und hatte sich auf dem Schulgelände in einer Metallröhre versteckt und Schutz gesucht.

Durch das schrille Geheul der Rauchmelder, das Schreien der Kinder, das Einsatzhorn der Feuerwehr, die Verrauchung im Gebäude und den klassischen Lärm einer Einsatzstelle (Fahrzeugmotor und Pumpe sind im Betrieb, es werden Befehle und Kommandos gerufen, es wird gefunkt, etc.) wurde hier ein realistisches Geschehen erzeugt.

Solche Einsatzübungen, die auch ein Vorgehen unter Atemschutz beinhalten, sind für die Ausbildung der Feuerwehr enorm wichtig, um regelmäßig zu trainieren. So kann sichergestellt werden, dass im Einsatz jeder Handgriff sitzt. Bevorzugt üben wir dabei auch an Objekten im eigenen Einsatzgebiet, auch öffentliche Gebäude nutzen wir gerne. Eine Übung in der Schule und / oder im Kindergarten sind auch deshalb so wichtig, da so die Objektkenntnis auch bei Dunkelheit und Verrauchung gefestigt wird. Sollte ein Einsatz der Feuerwehr nötig werden, können wir auf diese Erfahrungen zurückgreifen und so Schaden an Mensch und Sachwerten geringhalten.

Vielen Dank an die Tausendfüßler-Grundschule, an den Hausmeister der Schule und an unsere Jugendfeuerwehr.